Alte Gewerke

Filzen

Filzen oder Walken mit warmen Wasser und Seife ist die traditionelle handwerkliche Verarbeitung der Wolle. In der Kombination mit warmen Wasser und Seife stellt sich die oberste Schuppenschicht (Cudicula) der Haare auf. Die aufgestellten Schuppen verkeilen sich so stark ineinander, dass sie nicht mehr zu lösen sind. Das Werkstück schrumpft dabei stark und es ergibt sich ein fester Stoff. Die endgültige Form kann dabei nahtlos aus einem Stück herausgearbeitet werden. Bei uns haben die Kinder die Möglichkeit Bälle, Armbänder, Bilder oder sogar Hausschuhe selbst zu filzen.

Töpfern

Eines der ältesten Handwerke der Welt ist das Formen und Modellieren mit Ton. Die ersten Gefäße in Spiralwursttechnik aus dem 8. Jahrtausend vor Christus wurden in Asien gefunden. Die Sesshaftigkeit des Menschen und die entstehenden Siedlungen ermöglichten eine Entwicklung verschiedener Handwerke, unter denen die Töpferkunst eine der wichtigsten war. Unser Töpferangebot reicht vom freien Modellieren, über das Bemalen mit farbigen Tonengoben bis zum Glasieren. In regelmäßigen Abständen haben die Kinder die Möglichkeit an der Töpferscheibe ihr Können zu erproben.

Schmieden

Funde in Ägypten und Indien haben gezeigt, dass dort vermutlich schon vor über 5000 Jahren Metall in heißem Zustand geschmiedet wurde.

Beim Schmieden wird das Halbzeug (vorgefertigtes Metall) auf der Esse erwärmt (900°C – 1200°C). Durch dieses Erwärmen verändert sich die Struktur des Werkstoffes und das Material wird weicher und verformbar. Die wichtigsten Werkzeuge des Schmiedes sind neben der Esse der Ambos und diverse Hämmer und Zangen. Bei uns haben die Kinder die Möglichkeit dieses faszinierende und in Vergessenheit geratene Handwerk selbst zu erleben. Aus Rund-, Flach- oder Vierkantstahl können Buttermesser, Nägel, Hufeisen oder kleine Kunstwerke geschmiedet werden.

Korbmachen

Dieses Handwerk geht sehr weit in die Menschheitsgeschichte zurück, es ist in den Geschichten fast alle Naturvölker zu finden.

Das liegt sicher auch daran, dass wir außer unseren Händen und dem Flechtmaterial kaum Handwerkszeug brauchen. Das gewöhnliche Material zum Korbflechten sind Weidenzweige von speziell zu diesem Zweck angepflanzten Korbweiden. Einfacher geht es mit Peddigrohr, einem Produkt welches aus dem Inneren des Rattan gewonnen wird. Beim Flechten selbst fertigt man zuerst den Boden und dann die Seitenwände. Bei uns haben die Kinder die Möglichkeit selbst Körbe aus Peddigrohr herzustellen. Geübte Hände schaffen dann auch die schwieriger zu verarbeitenden Weidenzweige zu Gebrauchsgegenständen zu verarbeiten.